Wo übernachten auf Madeira? Die besten Gegenden für Ihre Unterkunft
Für den ersten Madeira-Urlaub ohne Auto ist Funchal die beste Wahl. Wann sich die Südwestküste, der Osten oder der Norden lohnt und was die Höhenlage ausmacht.
Wer zum ersten Mal auf Madeira ist oder kein Auto mietet, wohnt am besten in Funchal: Dort beginnen alle Buslinien der Insel. Mit Auto und im Winter bekommt die Südwestküste zwischen Ribeira Brava und Paúl do Mar die verlässlichste Sonne, und Wanderer hängen ein paar Nächte an der Nordküste an, in Santana oder São Vicente. Oberhalb von 300 Metern sind die Winterabende spürbar kühler, prüfen Sie also vor der Buchung die Höhenlage.
Madeira misst 57 mal 22 Kilometer, aber die Zahlen täuschen. Das Innere der Insel ist ein Gewirr aus Graten und Schluchten, das bis auf 1.800 Meter ansteigt, und der Ort, an dem Sie schlafen, bestimmt, wie viel Sonne Sie bekommen und ob Sie überhaupt ein Auto brauchen. Die Südküste ist warm und von Calheta bis Machico fast durchgehend bebaut. Der Norden ist grüner, feuchter und deutlich ruhiger. Die Höhenlage unterschätzen die meisten Erstbesucher, vor allem zwischen November und März.
Funchal: der Standard, und meistens die richtige Wahl
Rund 105.000 Menschen leben in der Hauptstadt, und jede Buslinie der Insel geht strahlenförmig von ihr aus. Wer kein Auto mietet und in Funchal wohnt (oder an einem Ort mit guter Busanbindung, etwa Monte oder Caniço), muss seine Tage nicht um zwei Busse aufs Land herum planen. Unser Ratgeber zum Busfahren auf Madeira erklärt die GIRO-Karte, die Preise und die Linien ab Funchal.
In Funchal selbst gibt es zwei sehr unterschiedliche Wohnlagen.
Die Hotelzone (Lido), westlich des Zentrums an der Küste, ist das Revier der Pauschalanbieter. Die Hotels sind komfortabel, einige luxuriös, aber das Viertel selbst ist ein Resortstreifen: Zum Abendessen in den alten Gassen laufen oder fahren Sie 20 bis 30 Minuten in die Stadt. Passt, wenn Sie Pool und Meerblick wollen und abends nicht viel vorhaben.
Im Zentrum und in der Altstadt (Zona Velha) finden Sie Apartments, Pensionen und kleine Hotels zwischen den Cafés, dem Mercado dos Lavradores und der Seilbahn nach Monte. Sie treten aus der Tür und stehen mitten in der Stadt. Der Preis dafür: morgens etwas Verkehrslärm, und Parken ist schwierig, falls Sie doch ein Auto haben.
Die meisten Besucher übersehen eine dritte Möglichkeit: die Wohnhügel östlich über dem Zentrum, um São Gonçalo und Monte. Quintas und private Apartments dort oben haben den Amphitheaterblick über die ganze Bucht, zehn Autominuten von der Altstadt. Im Winter gilt die Höhenregel: Auf 300 Metern verlangen die Abende einen Pullover, während an der Uferpromenade noch T-Shirt-Wetter ist.
Der Osten: Flughafenseite, unterschätzt
Machico ist die zweitgrößte Stadt der Insel, 20 Minuten von Funchal über die Schnellstraße, mit goldenem Strand (der Sand wurde aus der Westsahara verschifft), Fischerhafen und einer Altstadt hinter der Uferpromenade. Ein Ferienort ist Machico nicht, eher eine Kleinstadt mit Alltag, guten Cafés und den besten Busverbindungen außerhalb der Hauptstadt.
Santa Cruz wird abgetan, weil der Flughafen nebenan liegt, und das zu Unrecht. Aus der Nähe sind der Ort und seine Kirche durchaus sehenswert, und für eine Nacht vor einem frühen Flug ist das besser als ein Taxi um 5 Uhr morgens quer über die Insel.
Caniço de Baixo ist ein kleiner, gepflegter Badeort mit steinigem Strand, seit langem bei deutschen Gästen beliebt. Abends ruhig. Nebenan hat Garajau die Christusstatue auf der Klippe und eine Seilbahn hinunter zum Strand.
Santo da Serra liegt auf einer Hochebene im Landesinneren, nahe dem Golfplatz. Kühler, an manchen Morgen neblig, mit Sonntagsmarkt. Eine Basis für den Osten und die Waldwanderungen, nicht für Strandwetter.
Der Westen: die Sonnenküste
Der Abschnitt von Ribeira Brava bis Paúl do Mar bekommt die verlässlichste Sonne der Insel. Wer im Winter vor allem Wärme sucht, wohnt hier.
Ribeira Brava ist eine kleine, lebhafte Küstenstadt am Fuß der Nord-Süd-Straße, per Bus in beide Richtungen gut angebunden. Ponta do Sol macht seinem Namen Ehre und ist bei Remote-Workern beliebt geworden. Calheta hat einen der zwei künstlichen Sandstrände der Insel, einen Jachthafen und immer mehr Restaurants. Weiter draußen liegen Jardim do Mar und Paúl do Mar, gepflasterte Fischerdörfer unter den Klippen, in denen die Abende still sind; für beide brauchen Sie ein Auto.
Vorsicht bei Dörfern wie Prazeres oder Arco da Calheta: Sie liegen einige hundert Meter über der Küste. Im Sommer herrlich, aber im Januar ist es dort deutlich kälter als in den Dörfern auf Meereshöhe darunter.
Der Norden: für den zweiten Besuch oder zum Abschalten
Die Nordküste zeigt, wie Madeira vor dem Tourismus aussah: Klippen, Wasserfälle, die auf die Straße stürzen, terrassierte Täler. Es regnet mehr, im Winter deutlich mehr. Hierher zieht man zum Wandern, nicht zum Bräunen.
São Vicente hat einen malerischen alten Ortskern einen halben Kilometer landeinwärts vom Küstenstreifen; die Lavahöhlen sind allerdings seit 2020 geschlossen. Porto Moniz in der Nordwestecke zieht Tagesausflügler zu seinen natürlichen Lavapools; wer über Nacht bleibt, hat das Dorf für sich, sobald die Busse um fünf abfahren. Santana ist die Basis für die Wanderungen nach Queimadas und zum Caldeirão Verde und für die klassischen strohgedeckten Spitzdachhäuser. Ponta Delgada ist flach, ruhig und hat ein Meerwasserschwimmbecken.
Busse fahren hier oben selten, teils ein- bis zweimal am Tag. Für den Norden brauchen Sie eigentlich ein Auto.
Die Entscheidung
- Kein Auto, erster Besuch: Funchal, Zentrum oder Altstadt. Alles Weitere ergibt sich vom Busbahnhof aus.
- Auto, Winter, Sonne gesucht: die Südwestküste auf Meereshöhe. Ponta do Sol oder Calheta.
- Wanderer: den Aufenthalt teilen. Ein paar Nächte in Santana oder São Vicente für die nördlichen Levadas, den Rest in Funchal.
- Schnelle Nacht vor dem Abflug: Santa Cruz oder Machico.
- Der Blick soll es sein: die Hügel über Funchal, und packen Sie einen Pullover für die Abende ein.
Die Unterkünfte reichen von Pensionen und einfachen Apartments ab etwa 50 Euro pro Nacht bis zu den alten Quintas. Die Insel ist günstiger als der Großteil Westeuropas, aber teurer als das ländliche portugiesische Festland. Für Dezember bis Februar früher buchen: Die Wintersonne macht diese Monate zur Hochsaison, und die bestgelegenen Apartments in Funchal sind Monate im Voraus weg. Wenn der 31. Dezember in Ihre Reise fällt, zeigt unser Silvester-Ratgeber, welche Unterkunft zur Feuerwerksnacht passt. Die Karnevalswoche im Februar ist die andere Ausnahme; unser Karnevals-Ratgeber 2027 behandelt sie.
Die Hügel von Funchal im Blick? Unsere Partner-Apartments bei Madeira with Views liegen über der Bucht in São Gonçalo, mit genau dem Amphitheaterblick, von dem dieser Artikel die ganze Zeit redet.
Kurze Antworten
Besser in Funchal wohnen oder außerhalb? Funchal, außer Sie haben ein Auto. Das Busnetz geht strahlenförmig von der Hauptstadt aus; wer ohne Auto auf dem Land wohnt, richtet seine Tage nach dünnen Fahrplänen.
Wo auf Madeira ist das Wetter am besten? Die Südwestküste zwischen Ribeira Brava und Paúl do Mar bekommt die meiste Sonne, besonders im Winter. Der Norden ist das ganze Jahr über kühler und feuchter.
Spielt die Höhenlage bei der Unterkunft eine Rolle? Ja. Schon 300 Meter über dem Meer sind im Winter spürbar kühler, und die Hochebene ist richtig kalt. Prüfen Sie die Höhenlage jeder ländlichen Quinta, bevor Sie einen Januar-Aufenthalt buchen.
Lohnt sich eine Unterkunft an der Nordküste? Für Wanderer ja: Von Santana oder São Vicente aus liegen die nördlichen Levadas vor der Tür. Es regnet dort aber mehr, und Busse fahren nur ein- bis zweimal am Tag, rechnen Sie also mit einem Mietwagen.
Wo übernachte ich für Levada-Wanderungen? Die meisten Levadas erreicht man mit dem Auto als Tagesausflug von Funchal. Für die großen Wanderungen im Norden (Caldeirão Verde, die Gipfel) sparen ein, zwei Nächte in Santana lange Fahrten.
Madeira Guide
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