Sturmtief Bruna: mehr Obdachlose auf Madeira und über 70 Flüge gestrichen
Der Zivilschutz zählte bis Sonntagnachmittag 167 Sturmeinsätze. Zwei Kreuzfahrtanläufe in Funchal fallen aus, die Warnungen der Hafenbehörde gelten bis Montagmorgen.
Wegen des Tiefs Bruna mussten am Sonntag in Funchal vier weitere Menschen ihr Zuhause verlassen, wie JM Madeira berichtet. Zwei verloren ihre Unterkunft durch Überschwemmungen, zwei weitere, nachdem an ihrem Haus ein Bauteil eingestürzt war. Der regionale Zivilschutz (Serviço Regional de Proteção Civil) beziffert die Gesamtzahl auf neun, darunter eine fünfköpfige Familie in Santa Cruz, deren Haus am Samstag überflutet wurde. Der Sender RTP meldete drei weitere Betroffene in Funchal und insgesamt acht.
Der Zivilschutz verzeichnete zwischen Samstag, 8 Uhr, und Sonntag, 10 Uhr, 145 Einsätze, vor allem wegen umgestürzter Bäume und Überschwemmungen. JM Madeira zählt 50 umgestürzte Bäume, 35 Überschwemmungen und 15 Erdrutsche. Die meisten Einsätze gab es in Funchal (66), danach folgten Santa Cruz (31) und Câmara de Lobos (16). Bis zum frühen Sonntagnachmittag stieg die Zahl laut RTP auf 167. Im Einsatz waren 346 Kräfte mit 140 Fahrzeugen und Geräten.
Am Flughafen Madeira wurden seit Samstag mehr als 70 Flüge gestrichen, berichtet RTP. Nach Angaben des Flughafenbetreibers ANA fielen am Sonntag zwischen Mitternacht und Mittag neun Ankünfte und 11 Abflüge aus, acht Flüge wurden umgeleitet. Auch die Anläufe zweier Kreuzfahrtschiffe, die am Sonntag und Montag in Funchal erwartet wurden, sind abgesagt.
Die orangefarbenen Warnungen des portugiesischen Wetterdienstes IPMA vor Regen und Wind endeten in der Nacht, es gelten nur noch gelbe Warnungen. Die Hafenbehörde von Funchal hat ihre Warnungen vor Wind und hohem Seegang bis Montag, 6 Uhr, verlängert. Laut RTP erwartet sie an der Südküste Wellen von bis zu 4,5 Metern und an der Nordküste von bis zu 3,5 Metern. Die Behörde rät, Boote zusätzlich zu vertäuen und Spaziergänge am Meer, exponierte Stellen und das Freizeitangeln zu meiden.
Mehrere Zufahrten in den Höhen- und Küstengebieten von Funchal und Câmara de Lobos sind gesperrt oder nur eingeschränkt befahrbar, alle offiziellen Wanderwege der Region sind geschlossen.
Bereits am Samstag berichtete diese Seite, dass zwei Kreuzfahrtschiffe ihre Anläufe in Funchal abgesagt hatten.
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